Fotos von Bürgermeister Ralf Claßens Beitrag
Erinnerung 110 Jahre Schlacht an der Somme: Besuch in unserer Partnerstadt Ville d'Albert
Mich bewegen derzeit die Erinnerungen an die zurückliegende Reise zu unserer französischen Partnerstadt Albert in dieser Woche.
Die Stadt Albert liegt in der Region Picardie an der Somme, einer schönen Landschaft in Nordfrankreich. Gerade noch waren zwei Albertiner Triathletinnen zu Besuch in Aldenhoven und haben erfolgreich am diesjährigen indeland-Triathlon teilgenommen. Nun war ich gemeinsam mit der Vorsitzenden unseres Partnerschaftskomitees, Corinna Hörnig-Flöck, anlässlich der Erinnerungsfeierlichkeiten 110 Jahre Schlacht an der Somme auf Einladung unserer französischen Freunde zu Besuch in Albert.
1916 haben sich dort Deutsche auf der einen Seite und Franzosen, Briten, Australier, Neuseeländer und Südafrikaner auf der anderen Seite gegenübergestanden und in einer der fürchterlichsten und brutalsten Schlachten des 1. Weltkriegs gegeneinander gekämpft. Alleine am ersten Tag der Schlacht an der Somme, dem 1. Juli 1916, erlitt die britische Armee mit insgesamt rund 57.000 Mann den verlustreichsten Tag ihrer Militärgeschichte. Alleine am ersten Tag der Schlacht an der Somme, dem 1. Juli 1916, erlitt die britische Armee mit insgesamt rund 57.000 Mann den verlustreichsten Tag ihrer Militärgeschichte. Aber auch auf deutscher Seite gab es viele Opfer. Alleine bei der monumentalen Explosion, der größten bis dahin konventionell hervorgerufenen Explosion der Menschheitsgeschichte, die den heutigen Lochnagar-Krater bildete, starben am 01.07.1916 um 7.28 Uhr Ortszeit rund 10.000 Bayerische Soldaten. Insgesamt forderte die Schlacht an der Somme zwischen dem 1. Juli uns dem 18. November 1916 etwa 1,12 Millionen militärische Opfer.
Um die Erinnerung an diese furchtbaren Geschehnisse wach zu halten und um die Mahnung an unsere Generation zum Erhalt des Friedens und der Freundschaft unserer Völker aufrecht zu erhalten, begehen die damaligen Alliierten und wir Deutschen seit Jahren an der Somme u.a. die Gedenkfeierlichkeiten um den 1. Juli, alle zehn Jahre in einem größeren Rahmen. Auch in diesem Jahr waren viele Menschen aus allen Nationen vor Ort um an den bewegenden und nachdenklich stimmenden Zeremonien teilzunehmen und um gleichzeitig die heutige Freundschaft zwischen unseren Völkern zu feiern.
Es war sehr schön, nicht nur unsere guten Freunde aus Albert, sondern nach zehn Jahren auch alte Bekannte aus 2016 wieder zu sehen. Auch zahlreiche neue internationale und deutsche Bekanntschaften durften wir machen. Es war mir persönlich eine große Ehre, neben dem Wiedersehen mit meinem geschätzten Albertiner Kollegen Lajeunesse Maxime, unsere britischen Kollegen Paul Smith aus Ulverston und Councillor Zaker Choudhry, den Lord Mayor von Birmingham, kennenzulernen. Zudem durften ich den Generalsekretär des Volksbundes Kriegsgräberfürsorge, Dirk Backen, kennenlernen und mich mit ihm austauschen. Gemeinsam nahmen wir u.a. mit der britischen Prinzessin Anne an mehreren sehr beeindrucken und bewegenden Veranstaltungen und Erinnerungszeremonien teil, darunter auf der monumentalen britischen Erinnerungsstätte Thiepval, dem deutschen Soldatenfriedhof Fricourt, und mehreren Friedhöfen und der örtlichen Gedenkstätten in Albert.
Bemerkenswert ist der gegenseitige Respekt und der sehr freundliche, ja freundschaftliche und zugewandte Austausch mit den französischen und britischen Kollegen und Delegationsteams, der einen tatsächlich den Geist von Europa spüren lässt. Ich kann jeden nur einladen, sich in unserem Partnerschaftskomitee zu engagieren und diese Freundschaft kennenzulernen.